Ein Tag – ein Netzwerk: Theaterpädagogik, Archivforschung und Theaterwissenschaft im Zeichen von Asja Lācis in Berlin

Tagung in der Mediathek des ITI. Fotos: DATP

Am Montag, 18. Mai 2026 veranstaltete das Deutsche Archiv für Theaterpädagogik (DATP) der Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg und dem Internationalen Theaterinstitut – Zentrum Deutschland (ITI) unter dem Titel „Asja Lācis’ proletarisches Kindertheater: Verschüttete Praxis – Aktivierungen von Theaterarchiven“ eine Tagung in Berlin.

Sie war eng mit der Berliner Ausstellung „Die Kunst ist kein Ziel für sich. In Beziehung mit der Konstruktivistin Asja Lācis“ im Kunstraum Kreuzberg verknüpft, in der noch bis Ende Juni ein Interview aus den Bestand des DATP zu hören ist (weitere Informationen: HIER).

Bei der Arbeitstagung ging es um die Frage, wie die spärlichen und teilweise widersprüchlichen Aufzeichnungen über Lācis’ Arbeit kritisch untersucht und für heutige Diskussionen über Theaterpädagogik, Geschichtsforschung und Archivarbeit nutzbar gemacht werden können. Das ungewöhnliche Tagungsformat verband Gespräche mit Zeitzeug:innen, zwei thematische Blöcke mit kurzen Impulsen und Diskussion, eine Ausstellungsführung sowie ein Praxisexperiment.

Eines von zwei Zeitzeug:innen-Interviews, hier mit Christel Hoffmann, die 1973 Gespräche mit Asja Lācis führte

Gefördert wurde das interdisziplinäre Forum vom Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Es verknüpfte Fragen nach Historisierung, Archivtheorie und Theaterpraxis miteinander und eröffnete neue Perspektiven für Theorie und Praxis der Theater-, Archivwissenschaften sowie das Fach Theaterpädagogik.

Die Ergebnisse wurden in einer begleitenden Live-Dokumentation mit der Montagesoftware nota als virtuellem Archivraum festgehalten und sollen in niedersächsische Archiv-, Forschung- und Lehrzusammenhänge zurückgeführt werden.